Kurze Antwort: Keine Ahnung.
Wie es dazu kam
Ende Februar 2024 wurde Bori in einer Not-OP gerettet. Ein Tumor versperrte ihren Blasenausgang so, dass immer mal ein bisschen rauskam und dann wieder nichts. Der Tumor entpuppte sich im Labor als bösartig und äußerst aggressiv. In der onkologischen Sprechstunde riet man uns dazu eher in Wochen zu denken als in Monaten.
So fand ich Kali. Denn ich war auf der Suche nach einer Hündin, mit der wir anschließend unser Leben teilen könnten. Kali faszinierte mich. Ihr ausdruckstarkes Gesicht, ihre Ausstrahlung, der sichtbare Charakter. Sie kam in die Favoritenleiste, obwohl sie viel zu groß und schwer für uns war.
Bori entwickelte sich prächtig. Mein großer Traum, dass Boriska bei uns zu einem richtig alten Hund würde, ging doch noch in Erfüllung. Sie alterte, wurde langsamer, milder. Kali blieb in Schumen im Tierheim, ihre Website bekam häufiger Besuch von mir und ich postete sie, fragte herum, aber ohne Erfolg. Eine aktive, willensstarke Hündin, mit ca. 2 Jahren ins Tierheim gekommen und nun schon jahrelang dort, der ganze entgangene Spaß, das verpasste Leben in Wald, Flur und Heim. Ach Kali.
Bori’s Gangart war nun schleppend, aber sie bestand natürlich weiterhin auf langen Runden. Zunehmend interessierte sie sich nun für andere Hunde. Manchmal musste ich mit ihr so oft um den Block gehen, bis wir endlich wen getroffen haben. Zeit für Kali? Nein, mittlerweile war mein Eindruck bestätigt worden, mit 22kg war sie einfach zu schwer für unsere Wohnverhältnisse im 2. OG ohne Aufzug. Die anderen Hündinnen des Vereins sprachen mich nicht an.
Ich schaute mich um, wir fragten eine Hündin aus einem rumänischen Shelter an. Aber die Vermittlerin begrüßte uns mit: Sie haben sich also für einen großen Hund entschieden. – Ähm, nein. Sie kannte die Hündin nicht und alles in allem war es so für uns nicht realisierbar. Wir fragten dann in Boriska’s Ursprungsverein eine Hündin an, aber diese wurde in derselben Woche vor Ort vermittelt.
Und dann kam die Nachricht:

Das Tierheim kann nicht weiter vom Verein betreut werden.
Kali!
Kali geht nicht. Gandari vielleicht? Die scheint ja nicht so groß. Yuca ist süß. Ach schau mal bei den Rüden, da sind ja nette dabei. Kay, Henderson. Wir fragen mal Gandari an, sie scheint ja gut zu passen, aktiv, planscht im Wasser. Mit der haben wir bestimmt Spaß.

Ich fülle das Formular aus und sage zu T. , ich trage Henderson ein, den fandest du doch auch okay? Ja, gut. Äh, wie bitte? Während wir auf Antwort vom Verein warten, frage ich mich und frage ich T., was mich geritten hat. Ich wollte doch wegen Gandari schreiben. Naja, wenn sie sich melden, kann ich das ja noch sagen.
Die Vermittlerin meldet sich, wir telefonieren, es geht um Henderson und was mich an Kali so fasziniert. Gandari wird nicht erwähnt, kein Wort. Wir vereinbaren die Vorkontrolle. Ich lese immer wieder Hendersons Profil, schaue mir die Fotos an und frage mich, was zum Großen Gurkenmanitou mich geritten hat. Warum er? Ein Rüde? So kurze Beine? Nach der Vorkontrolle erfahren wir, dass Henderson nach einer Ehrlichiose-Erkrankung schlechte Blutwerte hat. Ja gut, krank kennen wir von Boriska ja schon, diesmal erfahren wir es halt nur vorher. Ein Grund mehr, ihn schnell nach D zu holen. Ich lese ein bisschen herum, scheint machbar.
Wir vereinbaren, dass er bereits im September kommt. Zwar wird bei uns noch kernsaniert, aber die Behandlung hat Vorrang. Die Vorkontrolle meinte, er ist vermutlich mehr Lärm gewöhnt, als das bisschen Umbau. Und dann steigt bei mir die Vorfreude. Ich sehe ihn an und sehe den ganzen Spaß, den wir haben werden und plötzlich sind da ganz viele Erwartungen und Vorstellungen und ich versuche mich einzubremsen. Er ist meine Wundertüte, mein Überraschungspaket.
Und nun ist er da. Natürlich in der ersten Zeit, die Schrullen kommen erst noch. Ich mache bestimmt genug Fehler, die wir später wieder ausbügeln dürfen. Nur, was ich sehe und erlebe, der kleine Kerl ist, wovon ich geträumt hab und dazu klein. Wieso war er noch dort, wie konnte er so lange im Tierheim übersehen werden?
Ähm, ja.
Und Kali? Sie war im selben Transport wie Henderson. In echt gesehen habe ich sie nie, sie ist einen Haltepunkt vorher ausgestiegen und in ihr neues Leben gestartet.
