Massel Henderson – erste Tage

Er war derjenige der neugierig aus dem Auto kam und die neue Umgebung mit einem Wedeln begrüßte. Andere mussten in Boxen von einem Auto zum anderen getragen werden oder kauerten sich ängstlich daneben zusammen. Massel Henderson, bulgarischer Zottel von Grund zur Hoffnung, richtete das Schnäuzchen aus und lief los in sein neues Leben. Er ließ sich sogar mit nur leichtem Widerwillen in das nächste Auto setzen.

Auf der Heimfahrt saß er eher wenig in seinem Körbchen. Alles so aufregend hier. Ich wurde bekrabbelt, er wollte geknuddelt werden, er wollte nach vorn und das andere Frauchen kennenlernen, er wollte das gesamte Auto erkunden. Dabei war er so geschickt, dass der Sicherheitsgurt nicht einmal blockierte. Er benötigt also erst einmal einen festen Gurt zum Einstecken.

Zuhause angekommen, ging es auf einen kurzen Spaziergang zum Kennenlernen von Omi Bori. Er war interessiert, sie wendete sich ab. Alles friedlich. So ging es in die Wohnung. Gefährlicher Hausflur, kurz an Omi Bori orientiert, ok. Treppe? Bori? Ah und hoch.

Im Gegensatz zu Bori, die ja mitten in der Nacht kam, hatten wir mit Massel Henderson gleich einen Nachmittag und Abend. Er war völlig überdreht und müde. Sobald wir ihn streichelten, beruhigte er sich und schlief ein. Er trank unheimlich viel und so kam es auch aus seinem Körperchen wieder heraus.

In der ersten Nacht betätigte er sich anfangs als Bettvorleger, dann schlüpfte er aber schließlich doch in die angebotene Höhle und schlief tief, fest und durch.

Am ersten vollen Tag sind wir eigentlich nur mit ihm raus und haben hinter ihm her geputzt. Ich raus, T. hat vor allem geputzt. Es war unübersichtlich, unerwartet und ich fühlte mich gestresst. Er hingegen war extrem mutig. Der Hausflur war ihm unheimlich und die Treppe sah von oben richtig gruslig aus. Nachdem wir uns das gemeinsam in Ruhe angeschaut hatten, traute er sich bereits jetzt die Treppe zum ersten Mal hinunter.

In der zweiten Nacht schlief er nicht mehr durch, sondern pieselte zwischendurch. Wir hatten aber eh alles mit Pippipads ausgelegt, da ja auch Boriska nachts sehr kurze Wege braucht. Ab dem zweiten Morgen lief schon alles etwas geregelter. Wir hatten am Vortag die anderthalb Stunden gefunden, nach denen er raus sollte. Gegen Mittag wirkte er so ruhig, dass ich auf zwei Stunden ausweitete und vor der dritten Nacht waren es dann schon drei und den ganzen Tag mussten wir nicht einmal putzen.

Fuß aus dem Bett wird jetzt herzlich und aufgeregt begrüßt. Weiter komme ich erst einmal nicht. Massel hüpft und wedelt und pfötelt und tut und muss erst einmal gründlich geknuddelt werden. Dann nichts wie raus. Ich darf dazu sagen, dass seine Häufchen allesamt draußen blieben.

Futter ist für ihn sehr, sehr aufregend. Es fällt ihm schwer in Erwartung des Futters irgendwie ruhig zu werden. Er schafft es mittlerweile schon, sich kurz zu beherrschen und zu setzen. Die Schleckmatte hilft dann. Er kann das Futter nicht in Bruchteilen einer Sekunde wegschlingen, um danach weiter aufgeregt zu hüpfen, wie nach der allersten Mahlzeit bei uns, sondern beruhigt sich beim Aufschlecken des Futters selbst und kann dann gut Ruhe finden.

Weil ihn das alles so aufregt, haben wir seine Mahlzeiten jetzt von 2 auf 4 erhöht, damit er im Tagesverlauf nicht hungrig ist. Die Menge bleibt natürlich gleich. 🙂

Der kleine Kerl läuft super an der Leine bzw. den Leinen. Und da er eigentlich heute erstmals zum Tierarzt sollte, durfte/musste / hat er gestern Omi Bori zur Physiotherapie in die Tierklinik nach Wehrheim begleitet. Während der kurzen Wartezeit kam eine sich beschwerende Katze – ja, Alf lässt grüßen. Vielleicht hat er da ein Thema. Massel durfte dann kurz den Raum untersuchen und während Bori entspannt eine Massage genoss, versuchte er die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, als das nicht klappte, legte sich gemütlich ab. Später wurde sein Termin in Karben abgesagt, aber da war das schon gelaufen.

Mit den Meerschweinchen läuft es bereits super. Am ersten Abend wollte er dem Gemüse hinterher ins Gehege springen. Vorhin habe ich das Gehege gesäubert, er schaute kurz, was ich mache und ging wieder, um sich hinzulegen. Auch ein Eichhörnchen auf dem Spaziergang hat er nur beobachtet und sich dann abgewandt.

Ansonsten bietet er ganz viele kleine Kunststückchen an. In mir keimt die Hoffnung, dass er Bock auf Dog-Dance haben könnte. Zum Joggen ist er eher nichts, aber er hat Freude an der Natur und wandern wird ihm sicher gut gefallen.

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