Ältere Laufberichte

  • rauchfrei: 29.01.2010 nach 20jähriger Räucherei
  • März/April 2010 das erste Mal gelaufen. 2 Minuten Laufbewegungen ausführen 2 Minuten erhohlsam Gehen
  • Juli 2010 30 Minuten Laufen am Stück geschafft
  • September 2010 erste Teilnahme am Firmenlauf: 5,7km, letzte aller Teilnehmer der Firma geworden, aber total zufrieden. 🙂
  • Februar 2011 die 10km geknackt
  • Mai 2011 die erste Wettkampfteilnahme Wildsaulauf 10 km
  • Juni 2011 Firmenlauf, diesmal Mittelfeld in der Firma und total unzufrieden mit dem eigenen Tempo.
  • August 2011 im Training erstmals Halbmarathon-Distanz geschafft
  • Mai 2012 Finisher
  • 2013/2014 eher in der Küche aktiv und Betriebssportgemeinschaft Badminton 1x wöchentlich
  • 2014 2x monatlich Fitness-Studio O:-)
  • August 2015 5km am Stück durch den Taunus gelaufen
  • Herbst 2015 Krav Maga Beginner und im Winter Beender
  • 2017 Generali Staffelmarathon 6,1 km – war okay
  • 2018 Generali Staffelmarathon 13,5 km – tagelanges Hochgefühl
  • 2019 RENNSTEIG und KÖLN


Wildsaulauf 2011

Es war soweit. 12 Wochen Training(splan) für diesen meinen ersten 10km Lauf. Von Kaiserslautern aus ging es mit dem Bus nach Mölschbach. Der Bus fuhr und fuhr, die Straßen wurden immer schmaler, Stationen lauteten auf …-Hof und tatsächlich mitten im Wald eine Wirtschaftseinheit. Irgendwann doch ein paar Häuser, wir waren da. Die Haltestelle „Denkmal“ in Google nicht zu finden, klang vielversprechend. Dort stiegen wir also aus und trafen auf das erste Schild: VL. So geführt waren wir schnell an der Turnhalle und wohl die ersten Gäste. Nein, nicht aufgeregt und daher zu früh. Nur die ersten. Es blieb Zeit in Ruhe die Startnummer abzuholen und sich mal die Strecke anzusehen. Und natürlich ein Foto mit der namensgebenden Wildsau zu machen.

Zum Glück verliefen alle Begegnungen mit ihr gestern derart statisch.


Irgendwie war die Zeit dann doch schnell rum. Die Kids rasten los auf ihre Strecke, die Minis ließen die größeren Mädels hinter sich, aber alle kamen sie gut ins Ziel. Ein Geschwisterpärchen lieferte sich ein Foto-Finish. Ob sie dann gestritten haben, wer vor dem anderen im Ziel war? Meine Aufregung stieg.

Ein wenig fürs Foto pos(s)ieren, um mich abzulenken. In der Antwortmail hatte es geheißen, leichte und mittlere Anstiege, das ausgelegte Streckenprofil aber sah für die ersten 5km nur bergauf vor. Und einige Anstiege sahen da sehr knackig aus. Aber dann ging es los und es war keine Zeit zum Verzagen. Zeitmessung gab es via Stoppuhr, so dass ich mich für mich auf Garmin verließ.

Schön hinten losgelaufen, um nur nicht von allen überholt zu werden. Erst ein Mini-Stück Asphalt, dann begannen schon die Waldwege. Ein kleiner Engpass verbot die Raserei am Anfang, nach einem Kilometer hatte sich alles soweit gefunden. Ich bremste mich aus, 6’30 sollte reichen, schließlich war das Ziel sub70 und das heimliche sub65. Es war wunderbar. Die Wege weich und federnd, alles durch den Wald, z.T. etwas düster durch das Wetter, eine Stelle war vom nassen Laub rutschig, aber es roch gut. Das erste Mal bergrunter ließ ich mich in die Bewegung fallen und holte viele Läufer ein. Diese kamen dann wieder an mir vorbei, als es hoch ging. Nach dem ersten doch stärkeren und vor allem längeren Anstieg, wurde es ein eher welliges Profil, doch nicht so schlimm wie aufgemalt. Jeder Kilometer war durch ein rotes Schild markiert, super gemacht. Garmin behauptete manchmal, diese Kilometer wären kürzer, aber Garmin verliert mich ganz gern mal im Wald, gerade auch bei solchem Wetter. Bei Kilometer 2 kam eine alte Frau seitlich aus dem Wald, zog die Sporthose zurecht und nach wenigen Metern überholte sie mich dann erneut. Ich versuchte gar nicht erst dran zu bleiben. Vor mir ein älterer Mann mit einem markanten Laufstil, auf diesen lief ich immer wieder auf und fiel bei Bergauf-Passagen zurück.
Der Streckenbelag überall schön weich. Für Kilometer 1 -5 hatte ich mir vorgenommen, nicht zu schnell zu laufen. Für Kilometer 6 – 8 fehlte mir jeglicher Plan. Ich hängte mich an eine Läuferin, diese lief mir zwar bei km 7 davon, aber auf Sichtweite konnte ich mich noch einigermaßen hinterher ziehen. Irgendwann bog sie um eine Ecke und ich war allein. Kein Schnaufen hinter mir, keinerlei Sichtkontakt nach vorn. Nach wenigen Metern stellte ich mir vor, dass ich es mal wieder geschafft hätte, mich zu verlaufen. Aber das war nicht möglich, der Lauf mit Pfeilen und Linien aus Sägespänen sowie Absperrband gut ausgeschildert. Die magische 8 stand auf der roten Tafel am Wegesrand. Jetzt wollte ich gern schneller werden. Ähm ja. Ich schaute nicht auf die Uhr, ich lief und lief und plötzlich war da vorn der ältere Mann mit dem markanten Laufstil und davor noch eine Frau. Ob ich die kriege? Den Mann habe ich noch geholt, die Frau lief 20m vor mir ins Ziel.
Ich stoppte bei 59’50. Sub60!!! Das hätte ich mir in meinen kühnsten Träumen vorgestellt, aber doch nicht real! Unfassbar. Der Lauf ist wirklich schön gemacht und sehr liebevoll organisiert. Auch wenn es keine Netto-Messung gibt, wollen wir nächstes Jahr wieder hin. Für das leibliche Wohl war auch gesorgt, Wildsau-Nachlaufwurst, Wildsau-Grillfest. Duschen, Toiletten alles sauber, die Umkleide zu klein für so einen Ansturm, aber lustig. Und den Kenianer verstehe ich nun auch besser. Die ganzen Mädels, die mich da haben stehen lassen, das war eine Pracht. Die Oma, alte Frau mit der Piesel-Pause, ist übrigens von ihrer Enkelin ins Ziel gebracht wurden. Die soll ihre Oma richtig reingebrüllt haben. 5 Minuten bevor ich ich kam ungefähr. Tja und ich habe jetzt eine PB auf 10km, denn sub60 sind eine oder? grins

Fishermans Strongman Run 2012


Um 12 sollte gestartet werden. Gegen halb standen wir in den Startboxen, um uns noch etwas vor der Nässe zu schützen.
Dann ging es raus in den Startblock. Und es kam die Durchsage, dass der Start wegen Nebel um eine halbe Stunde verschoben werden müsse. Man könne am Schwimmhindernis nicht sehen, ob raus käme, wer rein geht.
Völlig durchgefroren ging es dann doch auf die Strecke. Warm laufen, das war angenehm. Aber noch vor dem ersten Hindernis sollte man durch ein Tor. Dort habe ich mehr als eine halbe Stunde gestanden und folgerichtig bin ich noch vor dem ersten Hindernis von den ersten Hundert Läufern dann auch überrundet wurden. Ich war bedient.

Es sollen eine Außentemperatur von 7 bis 8°C und eine Wassertemperatur von 5°C geherrscht haben. Für mich lief es gut. Am Anfang der ersten Runde waren die Socken erdig und ein bisschen drum herum auch. Später war ich von oben bis unten eingesaut. Die Fotografen konnten mich vom Untergrund nicht unterscheiden, daher gibt es davon keine Fotos. Auf der Strecke: Immer wieder mit kalten Muskeln vorsichtig anlaufen, durch knöcheltiefen Schlamm, dann verschlammte, rutschige Wiesen, wieder Schlamm und Schlamm. Eigentlich sollten 2×15 Hindernisse überwunden werden, aber der Nürburgring hat eifrig mitgemacht und so wurde ein Hügel mit einem steilen Hang zu etwas, das man auch auf allen Vieren kaum hinauf kam. Am Schönsten fand ich die gegenseitige Hilfe. Freundlich, fair, ohne Drängeln, Schubsen und Ellenbogen. Ehe ich mich versah, wurde ich über die 3m hohen Strohwände bugsiert, 4x hilfreiche Hände. Und in dem ich mich hab hinten runterfallen lassen, konnte ich als Gegengewicht zum Hochziehen dienen.
Durch die Wasserhindernisse wurde man zwischendurch immer wieder mal sauber. Was aber als Absicht nicht wirklich sinnvoll gewesen wäre.



Tja und im Ziel, da gibt es eh nur eine saubere Leistung zu feiern.

Etwas später hatte ich dann auch trockene Kleidung und war einfach nur noch glücklich, es geschafft zu haben. Viel gewartet, aber als Spassveranstaltung, bei der man die eigene Kraft mal so ausloten kann, wunderbar. Den Orga’s ein großes Danke, Verbesserungen sind ja eh immer möglich, aber das Erreichte ist toll.


Generali Staffelmarathon Frankfurt 2017

Genau, ein Staffelmarathon hat mir auf die Beine geholfen. Mein Fitness-Tracker bestätigt mir zwar, dass ich mit dem Hund viele Schritte gehe, aber sehr viel weniger Schritte bin ich gelaufen. Die Staffel motivierte mich weiter zu machen. Letztlich merkte ich am Ende des Wettkampftages, dass mir die vom Sport-Orthopäden des Sanitätshauses empfohlenen Schuhe Schmerzen bereiten. Mittlerweile läuft es besser und so bin ich auch viel mehr motiviert für Gymnastik & Co..

2018

Der Generali Staffelmarathon brachte mich in Fahrt, da ich mich für die längste Strecke über 13,5 km eintrug und es dafür auch keinen Ersatzläufer gab. 🙂 Klappte hervorragend. Ich bekam so Muffensausen, dass ich in den Greif-Club eintrat und ab September regelmäßig nach Plan trainierte. Noch nicht die vollen Umfänge, aber fast 500 Jahres-Kilometer wurden es dadurch. Der Wettkampf selbst verschaffte mir ein herrliches, mehrtägiges Hochgefühl. Ich war schneller als alle Prognosen. Den Silvesterlauf musste ich leider sausen lassen, aber ansonsten … .

2019 DAS Laufjahr schlechthin


35. Frühjahrslauf Groß-Gerau

Trainingswettkampf


Am Start hatte ich mich zu weit hinten einsortiert. Es gab eine Menge Läufer, die schwatzend eine Trainingseinheiten absolvierten, womit ich nicht gerechnet hatte. Nach dem Startschuss standen sie rum, gingen dann langsam mal los, aber niemand trabte an. Na super, also durchgewühlt, irgendwann kam dann die Startlinie, die aber egal war, meine Uhr hatte ich schon abgedrückt und ich lief außen weiter, nun an den langsameren Läufern vorbei. Dann hatte ich meinen Platz im Feld gefunden. Kurz darauf kam ein Pärchen dazu, an die hängte ich mich dran. Sehr gute Pace. Hinter mir raschelte eine Startnummer. Beim vierten Kilometer wurde mein Pacemaker etwas langsamer, ich überlegte kurz, aber blieb, es waren dann 3 Sekunden, der Schnitt noch immer unter 6 Minuten. Die raschelnde Startnummer blieb ebenfalls dran. Nach 5 Kilometern schickte die Frau des Pärchens leider meinen Pacemaker weg. Sie selbst war zu langsam, er zu schnell, von da an musste ich selbst Tempo machen. Hinter mir raschelte es weiterhin permanent. Kilometer 8 und 9 waren dann 5s langsamer als die zuvor, das war schade, aber ich kämpfte. Am liebsten hätte ich die raschelnde Startnummer nach vorn gebeten. Aber dann hatte ich meine Gedanken bei den 2x 5 Kilometern von letzter Woche. Ich kann das, es war mein Lauf, hier zählte es, also los. Außerdem kam eine Ministeigung, die brachte mir Freude. Vielleicht sollte ich nur noch Bergläufe machen. Haha, frag das nochmal nach dem Rennsteig. Beim 10. Kilometer versuchte ich noch zu beschleunigen, war kaum der Rede wert und dann kam die raschelnde Startnummer lockeren Schrittes an mir vorbei und rief mir zu: Häng dich dran! Ich habe es versucht und bin den Kilometer auch 19 Sekunden schneller gelaufen als den 9., aber ich war einfach durch. Eine sehr schöne Geste war, dass die Läuferin auf mich gewartet hat zum Abklatschen und mir das Kompliment zu einem sehr gleichmäßigen Tempo aussprach.

Generali Halbmarathon Berlin 2019


Der Halbmarathon in Berlin war eine schöne Städtereise mit Verwandschaftsbesuch. Vom Lauf her bin ich eher nicht aus den Puschen gekommen. Meine durchschnittliche Herzfrequenz lag bei 162bpm, das ist das Niveau eines langen Langsamen für mich. Normal kann man so einen platten Halben auch als Schwellenlauf absolvieren, das wären 178 bpm bei mir. Es ist also tatsächlich so, dass ich im Wohlfühltempo vor mich hintrabte. Entsprechend nicht so ganz zufrieden war ich dann. Start war super, kein Drängeln in Startblock F. Es gab kein Geschubse, auch nicht unterwegs, toll. Kurz nach Kilometer 10 standen meine Mädels, das war echte Motivation, was habe ich mich auf den Knutsch gefreut. Hund schien auch zufrieden, Tante sah etwas geschafft aus. Wir wollten uns dann im Ziel treffen. VIP-Bereich. So richtig in die Pötte kam ich nicht, ich wollte, ich wusste auch, wie sich das anfühlen sollte, aber ich konnte mich nicht pushen. Dann traf ich ein paar Kollegen, die ins Gehen übergangen waren, feuerte sie noch an und lief weiter. Auf der Zielgeraden bemühte ich mich wenigstens zum Anschein um Tempo. Ein paar Meter weiter schaute ich dann, ob ich meine Mädels sehe. Entdecken konnte ich sie nicht. Kurz darauf erfuhr ich, dass sie nicht hin gefunden hatten, war alles gesperrt und sie auf der falschen Straßenseite. Dank Hunde-GPS haben wir uns schnell gefunden. Für mich ein wirklich gelungenes Debüt, wenn man vom Zeitziel absieht und das kann ich. Um die Wurst geht es im Herbst.

47. Rennsteiglauf Marathon 2019

Ich war dabei. Ich war nicht nur dabei, ich war mittendrin. Und es war wunderbar. 🙂 Okay. Ich fühlte mich sehr schlecht vorbereitet. Denn nach dem HM in Berlin hatte ich fast 3 Wochen Laufpause wegen einer nicht ausbrechenden Erkältung. Dann sagte ich mir, wenn sie nicht will, soll sie abhauen und stieg wieder in die Laufklamotten. Eine sehr gute Entscheidung. Bis dato hatte ich nur einen einzigen Lauf über 25 Kilometern, einige 25er aus dem HM-Plan über den Winter. Kein Lauf über 30. Das fühlte sich mies an. Ein langer stand aber noch an und da entschied ich mich, zum Rennsteig zu fahren und auf der Original-Strecke zu laufen.

Schneeeinbruch, eisig kalt und der Nahverkehr so eine Katastrophe, dass ich mich dann entschied vom Großen Dreiherrenstein (33,8km) zum Eselsberg (18,3 km) zu laufen und wieder zurück. Wendestrecke mit Start und Ziel am Auto. Mit einem Mini-Verläuferle kam ich so auf knapp 33 Kilometer und war dann sehr, sehr demütig.
Zu dem Zeitpunkt hatte ich das Streckenprofil noch nicht so gut studiert und wusste daher nicht, dass ich mir die anstrengendste Passage rausgesucht hatte. Andererseits war das super, weil Demut gut ist, wenn du Rennsteigläuferin werden möchtest.

Lauftag


Die Ordner ordneten an, dass ich relativ weit oben aussteigen solle, kurz nach 8 war es schon recht voll. Im Startbereich angekommen, dachte ich bei der Dixi-Schlange, okay, stelle ich mich schon mal an. Es hat 13 Minuten gedauert, bis ich wieder herumschlendern konnte. Fand ich okay. Ich sog die Stimmung auf, die Sonne kam herum, also warme Klamotten in den Kleidersack und abgegeben. War auch gut so, denn als Ersttäterin war mir entgangen, dass die Postautos bereits 8:45 Uhr abdüsen, klar, danach blockieren wir ja die Strecke. Der Start war, wie so viele schon berichteten, es wird gesungen und gewunken. Ein bisschen warmhüpfen mit Musik und Animation, das ist anders als woanders. Der Hubschrauber stieg auf, wurde freudig begrüßt, Herr Minister Tiefensee hat es auch durch die Sperrungen geschafft und so konnten wir pünktlich losgeschickt werden.

Der Lauf

Die ersten Meter ging es steil hinauf. Am Vortag dachte ich noch, hoffentlich laufen wir nicht hier lang. Haha. Aber natürlich. Dann folgten einige Kilometer Asphalt zum Warmlaufen. Ich lief hinter einer Läuferin die ihre Startnummer vom 1. offiziellen Rennsteiglauf auf dem Shirt hinten aufgedruckt trug. 45 Jahre Lauferfahrung, zumindest konnte ich in dem Jahr schon laufen, zum ersten inoffiziellen Lauf war ich gerade geschlüpft. Die Strecke war trotz erster Kilometer auf der Straße schön. Im Grunde sah man eine bunte Läuferschlange, die sich durch den Wald schlängelte. Und gehört hat man nur wenig Schnaufen, vielmehr war es der Vogelsang, der einen begleitete. Dann ging es auf die Waldwege und ich habe es genossen. Weiche, vom Regen aufbereitete Wege, herrliche Luft, immer wieder so wundervolle Bilder von Sonnenstrahlen, die sich durch das Blätterdach des Waldes den Weg auf den Boden suchten oder wenn sich der Wald öffnete, Weite bei klarer Sicht. Und die Vögel ließen sich weiterhin nicht lumpen. Es ging hoch und runter, ich orientierte mich an meinem Umfeld, verfielen sie ins Gehen, tat ich das auch und stellte fest, dass die vielen Hunderunden, die ich trotz meiner Langen Langsamen im Training ja am selben Tag gehen musste, mir ein Tempo gaben, dass ich auf diesen Abschnitten sehr viele Läufer einsammelte.

Nur einmal wollte ich einfach nicht Gehen, obwohl mein Umfeld das tat. Der Hohlweg. Immer, wenn etwas Platz war, bin ich springend und mit einem Lachen hinunter gelaufen. Im Training war ich hier zwar leicht gestürzt, aber solche Wege sind einfach zum Sausen gemacht. Meine Lauflaune war bestens.

Verpflegung gab es reichlich. Mir fiel auf, mit wieviel Liebe die HelferInnen dabei waren. Zudem kamen immer wieder kleine Stimmungsnester, mal Blasmusik, mal Anfeuerungsrufe und sehr ausdauernde Zuschauer, denen sicher die Hände vom vielen Klatschen schon brannten und die trotzdem eine fröhliche Stimmung verbreiteten. Kurz vor Neustadt bogen wir dann ab, diese Strecke hatte ich im Training nicht gefunden und war den Wanderweg weitergelaufen. Aber das hier gefiel mir wesentlich besser.

Bis zum steilen Anstieg am Dreiherrenstein ging es mir sehr gut. Ich fühlte mich gut. Dann kam erst eine lebende Legende, der Leierkastenmann, bevor es in die Steigung ging und ich kaum hinauf kam. War aber okay, denn auf meiner Test-Runde hatte ich das ja bereits erfahren und ließ mich nicht schocken. Weiter gings. Am Großen Dreiherrenstein (KM 33,8) dachte ich nicht einmal ans Aussteigen, obwohl das ja ursprünglich geplant war. Vielmehr schaute ich auf die Uhr und war überrascht. Na dann also Stempel holen, Tee, ein Foto machen und verschicken, um meine verfrühte Ankunft anzukündigen und ab nach Schmiedefeld.

Es lief gut bis zum Kilometer 39. Da begannen heftige Seitenstechen, ich konnte bergab einfach nicht mehr laufen. Ich bedauerte das sehr, ging dann eben vermehrt, ärgerte mich auch ein bisschen, aber nur ein bisschen. Nächstes Jahr komme ich besser vorbereitet. Die heftigen Seitenstechen hielten bis Schmiedefeld. Zum Glück liegt das schönste Ziel der Welt ja nicht bergab, dachte ich, doch dann wurde es der pure Wahnsinn.

Ziel
Beim Einlauf in die letzte Steigung wurde ich mit Namen begrüßt, was für eine Freude, also habe ich allen zugewunken und als die Zuschauer das sahen, bekam ich noch mal richtig einen Energieschub von ihnen verpasst, es war grandios. Danke. Oben wurde ich von meiner Familie gesichtet und angefeuert und dann war der Blick auf den Zielbogen frei. In dem Moment hatte ich Energie ohne Ende, ich bin ein Marathoni! Ich bin eine Rennsteigläuferin! Es war g… . Ich mag das Wort nicht, aber es war die einzige Beschreibung, die in dem Augenblick krass genug war.

Abgesang
Rennsteig war herrlichster Wald im Frühling und Vogelsang, Rennsteig war eine entspannte, freundliche Atmosphäre mit vielen Helfern. Rennsteig hieß, immer Läufer um sich haben, auch richtig erfahrene Läufer, um sich als Neuling zu orientieren. Rennsteiglauf war für mich ein Spaß, war die pure Lebensfreude und klar auch anstrengend. Mein Dank gilt vor allem allen Nicht-Läufern, die den Lauf ermöglichen. Ihr macht da eine richtig gute Sache. Und an die Läufer auch, weil’s mit euch einfach Spaß macht. Stimmung gut, gegenseitige Rücksichtnahme, zweimal lief ich an Gestürzten vorbei, um die sich bereits und sofort jemand kümmerte und trotzdem wurde noch gefragt, ob weitere Hilfe nötig sei.

1. Schiefergebirgslauf

Am Anfang meiner Läufer-Wettkampfzeit habe ich mich lustig gemacht über die Läufer, die in ihren Finishershirts von irgendeinem Lauf zu einem anderen Lauf starteten. Heute sehe ich eine Gruppe Läufer mit Shirts von einem Bergmarathon, eine Läuferin mit einem 100km- und etliche andere Shirts, die mir nur den Gedanken bringen: Welch Ehre mit euch zu laufen. Aber auch: Wo bin ich hier eigentlich hinein geraten? Und das ist eine sehr gute Frage. Es ist der 1. Schiefergebirgsmarathon. Ich starte zum Halben und meine Uhr wird am Ende eine Strecke anbieten, für die 590 Höhenmeter berechnet werden. Der Moderator verkündet, die Strecke ist ca. 21,4 km lang, das Ende wird sich also ziehen.

Konzentriert laufe ich los. Das Profil zeigt, dass es anfangs wellig ist, danach gehts lange abwärts und am Ende muss binnen 4 km vom tiefsten Punkt wieder bis fast ganz hinauf gelaufen werden. Bei mir läuft die Angst mit, dass ich wegen Seitenstechen abbrechen muss wie bei den letzten Trainingsläufen. Heute laufe ich in neuen Schuhen mit neuer Hoffnung, hoch aufmerksam und letztlich gelingt es mir ohne Seitenstechen, dafür aber auch ohne Bergab-Tempo bis ins Ziel. Man kann nicht alles haben.

Die Strecke ist der Hammer. Nach ein bisschen Geplänkel öffnet sich in einer bergab Passage plötzlich der Wald, die Bäume sind rechts neben, hinter und unter mir. Vor mir breitet sich der Thüringer Wald aus. Jeglicher Ansatz von Nebel wurde vom Wind, der mir fast „den Hut vom Kopfe“ bläst, verscheucht. Ich sauge das Bild in mich hinein und genieße. Irgendwann kommt eine Kehre, in der zwei Läufer an der Verpflegung stehen. Ich denke, ich brauche für einen HM nichts und laufe am Verpflegungsstand vorbei in eine Steigung, die ich gehen muss. Normal bin ich ja so stolz, lasse mich als Bergfloh bezeichnen usw., bin ich aber nicht, lerne ich heute. Die beiden frisch verpflegten Läufer lassen mich stehen. Ich will, aber ich kann nicht dran bleiben. Sie gehen, ich gehe, aber sie gehen viel schneller und oben angelangt, laufen sie schnell davon. Ich bin aber noch in Reichweite als der Verschönerungssteig kommt und der macht den Lauf tatsächlich noch schöner. Über den Pfad am Hang entlang freue ich mich riesig und habe richtig Lauflaune. Ich versuche an den beiden Läufern vor mir dran zu bleiben, erstens weil sie hier mal ein Tempo laufen, welches ich kann und zweitens, falls ich stürze, hört jemand mein Rufen. Hinter mir scheint eine Weile niemand zu kommen. Den einen überhole ich sogar und bleibe an der anderen dran. Als ich gerade denke wie schön sanft der Pfad für meine Höhenangst ist, da ragt plötzlich ein Felsen links neben mir in die Höhe und rechts fällt er steil ab. Es sind nur ein paar Meter am Felsen entlang und so schön ich es finde, so bin ich froh, als ich es geschafft habe. Von dort geht es wieder auf Wirtschaftswege. Es braucht nun auch keine weitere fiese Steigung, ich sehe die Läuferin und ahne, meine Altersklasse, und will und versuche und schaffe es nicht. Sie läuft mir davon. Für einige Kilometer erhasche ich immer mal noch einen Blick auf sie und dann ist sie ganz weg.

Mittlerweile habe ich eigentlich auch genug. Einmal muss ich mir sogar sagen, das Rennen im Kopf aufgegeben werden und das kommt ja gar nicht in Frage. Ich will dieses Schieferdingens haben, ich kann dieses Schieferdingens haben und ich werde mir dieses Schieferdingens im Ziel abholen. Punkt. Ich laufe, bergab muss ich mittlerweile sehr vorsichtig sein, zweimal atme ich die ersten Anzeichen von Seitenstechen weg. Aber es läuft. Die Angst vor der sich selbsterfüllenden Prophezeiung ringt mit der Angst vor den Seitenstechen, ein komplexes Gebilde entsteht in meinem Kopf, da sehe ich Schnitzelpilze auf einer Bergwiese stehen. Freundin Dani fällt mir ein, ich will mir den Kilometer merken und schaffe es nicht. Ich bin müde, ich bin durch. In meinem Kopf sehe ich, wie ich Pilze zermatscht in den Händen trage und plötzlich muss ich mich konzentrieren, es geht steil den Hang hinunter. Unten komme ich auf Asphalt. Vor mir auf einmal wieder zwei Läufer, die am Verpflegungsstand pausierten, den ich wiederrum ausließ. Nun beginnt der lange Anstieg und ich muss wieder abreißen lassen. Meine Oberschenkel kreischen, aber durch die Erschöpfung höre ich sie kaum. Ich schaue mich lieber um und genieße die Landschaft. Kilometer 18 steht auf dem Boden. Noch 3, also jetzt mal ein bisschen Tempo. Lach. Stattdessen die Erinnerung an einen Post im Internet, dort schrieb mal jemand, wenn man einen Kilometer geht, ruht man sich aus und kann insgesamt schneller im Ziel sein, als ohne Gegehe. Galloway-Methode? Verlockend. Ich gehe. 500 Meter, dann laufe ich wieder. Ich fühle mich nicht ausgeruht. Marathonläufer kommen mir entgegen, die können noch lächeln, einige schwatzen sogar miteinander. Heute spiele ich mit den großen Kindern. Neben mir der Bach ist kupferrot, das wirkt genauso fehl am Platze und ist genauso richtig hier wie ich es bin. Ob die Tiere das rote Zeug trinken? Kann ich mein Shirt damit färben? Ja oder? Ich erinnere mich nicht. Wieder Pilze, Tintlinge, ob ich die unbeschadet ins Ziel bekäme? Bis zur Morassina laufe ich, aber von dort geht es so steil hinauf, hier muss ich passen. Ich gehe komplett hoch bis zu den ersten Häusern. Ein Marathoni, der das Abbiegen verpasst hat, kommt mir lachend entgegen. Wie kann er nur? Ich sammle alle Energien und feuer ihn kurz an. Dann packt mich mein Stolz, ich kann ja schlecht ins Ziel gehen. Auch eine Anwohnerin, die gerade Wäsche aufhängt, ruft mir zu, ich solle nicht schlapp machen, das Ziel wäre ja gleich da oben. Hah! Ich lache und laufe. Den Anstieg mag ich gar nicht und kurz vorm Ziel auch noch eine Boden-Welle die ihn erst abflacht und dann steiler macht. Das tut weh.

Ziel. Ich sehe Dani, denke an die Pilze. Dann mein Name, mein Wohnort, mein Zieleinlauf. Aber irgendwer sitzt vor der Uhr. Hallo? Ich will’s wissen. Was? Meine Zeit überrascht mich. Ich bin bolle stolz. Dann habe ich es geschafft, das Schieferdingens hängt um meinen Hals.
Heute genieße ich meinen Muskelkater und die Eindrücke vom Wald. Sicher ist, dass ich noch viele, viele Trainingskilometer benötige, um vielleicht mal „dran zu bleiben“. Es war ein toller Lauf.

Danke an alle Helfer an der Strecke und rundherum. Den Verein, die Feuerwehr, die Jugendfeuerwehr. Danke fürs frühe Aufstehen, Vorbereiten, Machen, Fahren, Frieren, … . Danke fürs lange Rumstehen und da sein. Danke an die, die sich die Strecke so ausgedacht haben, ich fand den Lauf super gelungen. Im Nachhinein auch die letzten 300 Meter. gg

Ich weiß, dass ich seit etwa Kilometer 11 keine schnelle Energie mehr hatte, ich überlege, ob es gescheiter gewesen wäre, bei so einer Strecke zu verpflegen. Mal sehen, ob ich jemanden finde, den ich fragen kann.


Rhein Energie Marathon Köln (HM) 2019

Habe ich ihn im Sack. Allerdings von Anfang an wenig optimal. In den letzten vier Wochen trainierte ich wenig und hatte Probleme mit den Muskeln in der linken Pobacke. Außerdem weckte uns der Hund in den vier aufeinanderfolgenden Nächten vor dem Start immer wieder, weil sie raus musste. Frau Flitzekacke ist zu Besuch. Ich träumte, dass ich nicht starten sollte.

Doof
Am Start stellte ich mich ganz nach hinten im Startblock und bereute es bald. Im Jogging-Tempo ging es zur Brücke. Auf dem ersten Kilometer verlor ihr die erste Minute. Der zweite joggelte ebenso vor sich hin bis ich etwas aufdrehen konnte. Das Rennen blieb über lange Zeit ein Stop&Go, bis zum Schluss staute sich die Massean jeder Kurve und Köln hat einige davon. Dazu kam eine Atmosphäre wie in der Sauna. Ich entschied mich also zu trinken und tat das bei 13,5 mit einem Gel. Mein erstes Wettkampfgel – ich habe es gut vertragen. Das Trinken brachte mir die bekannten Seitenstechen. Auf Kilometer 14 versuchte ich stehend in sie zu atmen, aber das störte sie nicht. Also lief ich weiter, langsamer und ignorierte sie soweit es ging. Der Kilometer war genauso verloren.

Cool
Unterschlupf fand ich bei einem lieben Kollegen, das war sehr schön. Hund und Frau begleiteten mich wieder, obwohl ich sie wohl hätte daheim lassen sollen, damit Hund seinen Durchfall in Ruhe kurieren kann. Aber ich freute mich über die Unterstützung an der Strecke. Diese ging um Teil durch Straßen, die herrlich von Bäumen überwachsen waren. Durch das Blätterdach schien die Sonne und ließ die lindgrünen Blätter herrlich leuchten. In den Versorgungszonen lagen viel weniger Becher herum. Leider gibt es ganz viele Läufer, die meinen, für sie gelten andere Regeln und ihnen wird ja hinterher geräumt. Sie haben ja bezahlt. Aber noch viel mehr Läufer haben mitgemacht und ihre Becher nicht einfach auf die Straße geworfen und erstaunlicherweise klebte der Boden auch nicht von Gels.

Lauf
Wenn ich frei Laufen konnte, hielt ich mein Tempo erstaunlich genau. Bei Kilometer 11 stach es schmerzhaft durch die Pobacke, bei 18 zog der Schmerz bis ins Knie, aber ich konnte noch gut laufen. Ab etwa Kilometer 15 sammelte ich Läufer ein. Dabei verlor ich so ein bisschen mein Tempogefühl. Du überholst und überholst und es fühlt sich dadurch schneller an, als es ist. Als ich bei Kilometer 18 noch einen sauberen Laufstil hatte, wusste ich, dass ich es verbockt habe. Das war einfach zu locker. Auf der Zielgerade legte ich einen Sprint hin, der so locker und mit großen Schritten dahinflog. Aber ich sah die Uhr, ich wusste, ja verbockt und wollte nicht eine einzige zusätzliche Sekunde mehr dazu haben. Der rote Teppich war übrigens kuschlig weich und hat dem Schritt die Energie geklaut. Insgesamt bin ich mit der Zeit absolut unzufrieden. Im Sommer wollte ich 2:12 laufen, jetzt sollte es eine 2:09 werden. Von der ursprünglich angepeilten 2:06 war ich wegen der schlechten Vorbereitung abgekommen. Mit 2:11 habe ich dennoch mein Herbstziel einfach mal verfehlt.

Fazit
Es war ein schöner Ausflug. Wer große stimmungsvolle Stadtläufe mag, ist hier richtig. Ich sollte diese in meiner Rennplanung nicht mehr berücksichtigen oder nur als Spaßläufe mit Besichtigungscharakter, wobei Köln mir dafür zu laut ist. O:-) Ich habe dieses Jahr viel gelernt und Köln war für meine Wettkampferfahrung sehr wichtig. Dieses Tempogefühl auf die Straße bringen, das war gut.


Generali Staffelmarathon 2019

Auch in diesem Jahr bin ich angetreten. Wieder als Schlussläuferin. Erstes Ziel war es, eine mega coole Zeit zwischen den Matten 30 und 40 zu laufen. Zweites schneller sein als letztes Jahr. Was soll ich sagen, es war der seltsamste Lauf, den ich je gelaufen bin.

Ich kam kaum auf Betriebstemperatur, da wurde ich von einer Marathon-Debütantin angesprochen, die sich wohl bei Kilometer 30 mächtig langweilte. Bei 5:45er Pace ein Schwätzchen halten, brachte mich in eine brachiale Sauerstoffschuld. Beim nächsten Getränkestand verabschiedete ich mich von ihr und versuchte erst einmal meine beginnenden Seitenstechen (ha, wer hätte an so etwas gedacht) zu verscheuchen. Dann kam ich ganz gut in mein Tempo und lief meinen Stiefel bis, naja bis ein orangefarbenes T-Shirt, welches ich gerade überholt hatte, an mir vorbei schoss. Ein paar Meter weiter drosselte die Frau im Shirt das Tempo schon wieder drastisch mit Blick auf die Uhr. Ständig ging ihr Blick auf die Uhr und ständig wechselte das Tempo. In ihrem Gesicht standen genau diese Tempowechsel-Strapazen. Ich weiß, was Frankfurt dem GPS antut, letztes Jahr lief ich laut meiner Uhr eine fantastische Zeit, nur leider stand die nachher offiziell nicht zu Buche. Vielleicht war es das oder das eh bereits aufgegebene Ziel Nummer 1, jedenfalls fragte ich sie, was sie laufen wolle. 6:03 ist eine Pace, die ich vom Gefühl her kann, geübt habe. Ich bot mich an. Aber immer wenn ich auf das Tempo anlief, fiel sie zurück, also begann ich eher sie anzufeuern und ein machbares gleichmäßiges Tempo vorzulaufen und sie vom ständigen Blick auf die Uhr abzuhalten, damit sie ausruht, ohne zuviel Boden zu verlieren. Ich bin so dankbar für den Trainer, der mir Tempogefühl nahe gebracht hat. Das ist wirklich ein Segen. Ich weiß nicht, was in ihrem Kopf vor sich ging, aber sie biss sich durch ihren Hänger und lief ihren Marathon. Mein GPS gab eine 5:45er Pace aus, ich rechnete auf 6:10 hoch, immer noch zu langsam, aber das war schon das Schnellste, was zu haben war. Sie konnte abklatschen, sie konnte noch lächeln, also konnte sie auch noch laufen. Und bei Kilometer 41 sah die Zeit gut aus. Etwas über 7 Minuten hatte sie noch für 1,2 km.
Als wir den echten Hammermann von Frankfurt sahen, wies ich darauf, dass dort der Eingang in die Festhalle ist, wusste sie sicher, aber er ist halt so ein Symbol. Ich finde, er ist das beste an der Strecke, da steht er „der Hammermann“ und läutet die letzten Meter ein. Und sie zog ab, legte ein fantastisches Tempo vor. Sie lief und lief wie befreit. Innerlich jubelte ich, das war auch für mich das reinste Endorphin.
Ich selbst genoss die Ruhe vor der Massenkarambolage Festhalle. Am Eingang wurde ich zurechtgerempelt, ein Mann mit Jacke und Rucksack lief da. Wo auch immer er her kam. Aber ich hielt mich ganz am Rand und diesmal kam ich ansonsten unbedrängt durch.
Im Ziel fing ich die Läuferin im orangenen Shirt noch ab, sie hatte es wirklich geschafft, ich freute mich und gratulierte.

Mein eigenes zweites Ziel, konnte ich eigentlich nicht verfehlen. Natürlich war ich schneller als letztes Jahr, aber ich war bei weitem nicht so fertig. Ich fühlte mich gut erholt und wunderte mich, dass ich bei einem offiziellen Schnitt von 6:19 rückwärts laufen konnte, jemanden anfeuern konnte, ohne in die Sauerstoffschuld zu kommen. Ich glaube, bei mir geht es tatsächlich bald einen riesen Schritt voran und ich laufe nächstes Jahr den HM unter 2h. Immerhin hat der Trainer es ja gesagt. :grins